ABC THL BIO / CHEMIE
Austritt von flüssigem Ammoniak
Am 10.09.2026 wurde die Freiwillige Feuerwehr Marktredwitz um 14:44 Uhr zu einem gemeldeten
Gasaustritt gemäß Stichwort ABC 3 mit den Schlagworten „Gefahrstoff“ und „Gasaustritt im Gebäude“ in einen örtlichen Industriebetrieb alarmiert. Laut Mitteilung trat flüssiges Ammoniak (NH3) aus und der Absperrhahn konnte nicht mehr geschlossen werden.
Bei flüssigem Ammoniak handelt es sich um einen farblosen und dünnflüssigen Gefahrstoff mit einem Siedepunkt von ca. -33 °C und einem stechenden, tränenreizenden und scharfen Geruch. Darüber hinaus ist der Stoff giftig beim Einatmen, verätzt Haut, Augen und Atemwege und verursacht bei Hautkontakt schwerste Erfrierungen.
Aufgrund der Mitteilung wurde das Stichwort unmittelbar auf ABC THL BIO/CHEMIE erhöht, um den Gefahrgutzug und die DEKON-Einheit des Landkreises Wunsiedel zu mobilisieren.
An der Einsatzstelle wurden drei Abschnitte gebildet. Nach Briefing durch einen Techniker wurde ein CSA-Trupp der höchsten Schutzstufe (Form 3) zur havarierten Schadstelle geschickt, um die Leckage zu schließen. Durch einen weiteren CSA-Trupp wurde im Anschluss das am Boden gesammelte flüssige Ammoniak mittels geeigneten Chemikalienbinder gebunden und aufgenommen. Durch einen dritten CSA-Trupp wurden im havarierten Bereich mehrere Elektrolüfter für eine Überdruckbelüftung in Stellung gebracht. Aufgrund der potentiell explosiven Atmosphäre wurden alle Arbeiten mit nicht funken reißenden bzw. explosionsgeschützten Werkzeug durchgeführt. Zwischenzeitlich wurden mittels Photoionisationsdetektoren (PIDs) und Mehrgasmessgeräten die Ammoniak-Konzentrationen in der Luft bestimmt. Alle eingesetzten CSA-Trupps wurden auf einem aufgebauten Dekon-Platz der Stufe 2 dekontaminiert und fachgerecht entkleidet. Die Einsatzmaßnahmen dauerten insgesamt bis 22 Uhr an, die Einsatzstelle konnte anschließend an den Betreiber übergeben werden.
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