Interessanter Vortrag Brände in geschlossenen Räumen

Zwei Stunden Fahrt haben sich gelohnt. In Bad Rodach referierte im Rahmen der Landkreisausbildung Coburg Dr. Markus Pulm von der BF Karlsruhe zum Thema "Brände in geschlossenen Räumen". Über 500 Besucher waren in der Stadthalle anwesend.   Man hat schon viel gehört und gelesen über Phänomene "Flashover" und "Backdraft". Dr. Pulm schaffte es, in einem spannenden Vortrag die wesentlichen Merkmale dieser Gefahren für Feuerwehrleute herauszuarbeiten. Er informierte über Brandverlauf und dessen Auswirkungen, erläuterte Warnhinweise, gab Tipps zur Vorgehensweise und analysierte die Unfälle mit Feuerwehrleuten in Paris, Berlin und Tübingen. Das besondere daran war, dass er die Ursachen und Lehren aufzeigte, die so in keiner Veröffentlichung stehen.   Besonders bemerkenswert war seine Aussage, dass sich kein Feuerwehrmann mit kompletter Schutzkleidung in den Kamin eines Kachelofens, der eine Wärmleistung von 5 bis 8 kW Heizleistung abgibt, stellen würde. Überrascht zeigten sich alle Teilnehmer, dass die Heizleistung bei einem Wohnngsbrand um den Faktor 1000 (!) höher ist  als bei einem heißen Kachelofen.   Eindringlich empfahl er die Schutzgrenzen der neuen Einsatzkleidung zu lehren. Man dürfe damit auch heute nicht weiter an das Feuer herangehen als mit der früheren Schutzkleidung. Die heutige Schutzkleidung hat einzig und allein den Sinn und Zweck dem Feuerwehrmann in der bedrohlichen Situation eines Flashover oder Backdrafts ACHT (!)SEKUNDEN Zeit zu geben, sich in Sicherheit zu bringen. Nach dieser kurzen Zeit trägt er Verletzungen durch den Wärmedurchschlag davon.   Von der FF Marktredwitz nahmen SBI Harald Fleck und die Atemschutzausbilder Alexander Letz und Jörg Fickentscher, vom Landkreis die KBI Armin Welzel und Roland Renner sowie von der FF Weißenstadt Andreas Renner teil.   Allen Teilnehmern empfahl Dr. Pulm Respekt vor dem Feuer zu haben, wie es die FF Tübingen zum Tod ihrer beiden Kameraden formulierte: "Am 17. Dezember mussten wir auf das Bitterste erfahren, dass auch im 21. Jahrhundert der Mensch vor des Feuers Macht völlig hilflos ein kann."

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