Übung: Schulzentrum mit 2.500 Schülern geräumt

Das Schulzentrum an der Schulstraße in Marktredwitz mit etwa 2.500 Schülern wurde im Rahmen einer Übung geräumt. In den vergangenen Jahren gab es den "Feueralarm" pro Halbjahr getrennt für die einzelnen Schulen. Erstmals wurde ein Ereignis angenommen, das alle Schulen betrifft.   Übungsziele waren eine geordnete Räumung der Schulgebäude und eine Überprüfung der Sicherheitskonzepte. Der Übungsablauf war nur sehr wenigen Personen bekannt. Die Beteiligung der FF Marktredwitz und der Stadtteilfeuerwehren verlieh der Übung einen realistischen Eindruck. Bericht Frankenpost-online, 22.09.2011 Von Matthias Bäumler   Bei einer spektakulären Übung beweisen Lehrer, Schüler und Hilfskräfte im Schulzentrum, dass sie für den Ernstfall gerüstet sind. 2500 Jugendliche sammeln sich an zwei sicheren Plätzen. Der Mathelehrer erklärt gerade an der Tafel die X-Funktion, als ihn und seinen etwa 20 Schülern eine schrille Sirene aus der Konzentration reißt. Innerhalb von einer Minute schlagen in allen Schulen im Schulzentrum die Alarmanlagen an. Sekunden später verlassen die ersten Gymnasiasten ihre Schule. Einige kleinere Mädchen und Buben halten sich die Ohren zu, so laut ist der Alarm.   Mit einer spektakulären Aktion haben am Mittwochvormittag 2500 Schüler und Lehrer der Mittelschule, der Realschule, der FOS und BOS, der Berufsschule und des Gymnasiums den Ernstfall geübt. „Wir wollten sehen, wie eine Evakuierung verläuft, wenn alle Schulen davon betroffen sind. Bisher gab es derartige Übungen nur für jeweils einzelne Schulen", erläutert der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Marktredwitz, Klaus Prell, den Sinn der Übung. Bis auf die Schulleiter hatte übrigens niemand von der bevorstehenden Alarmierung gewusst. Umso zufriedener zeigten sich Prell, Feuerwehr-Stadtbrandinspektor Harald Fleck und Kreisbrandrat Gerhard Bergmann über den Verlauf der Aktion. „Innerhalb von knapp zehn Minuten waren alle Schüler im Klassenverband an ihren Warteplätzen auf dem Jahnplatz oder dem zwischen der Mittel- und Realschule. Lediglich eine fünfte Mädchenklasse der Realschule war irrtümlich an der Sammelstelle, die den Berufs- und Fachoberschülern vorbehalten war. „Die waren allerdings in der Turnhalle, als der Alarm ertönte, deshalb war der kürzeste Weg der Platz neben der Mittelschule", sagt Klaus Prell.   An den jeweiligen Sammelplätzen waren Feuerwehrmänner aus den Marktredwitzer Ortsteilen als Ansprechpartner für die Lehrer eingeteilt. Deshalb stand nach knapp 30 Minuten für die Einsatzleitung fest, dass kein Schüler vermisst wird. Während die Schüler und Lehrer bereits unterwegs zu den Sammelplätzen waren, kontrollierte Realschulleiter Joachim Schmidt noch einmal das Schulgebäude. „Ich sehe mich in der Verantwortung, dass nicht vielleicht noch Eltern oder ein Handwerker im Haus ist." Als letzter brachte sich schließlich auch Schmidt in „Sicherheit". Nach der Übung lobten Fleck und Prell vor allem die Schüler, die „absolut diszipliniert" ihren Lehrern folgten. „Und nicht einer hat mit dem Handy telefoniert", sagte Fleck. Bei Ernstfällen in Schulen ist andernorts manchmal das Handynetz zusammengebrochen, da Hunderte Schüler ihre Eltern oder Freunde über die Vorfälle informierten. In den Marktredwitzer Schulen gibt es detaillierte Notfallpläne mit allen wichtigen Telefonnummern und Evakuierungsszenarien bei Extremsituationen wie Bränden oder Amoktaten. In der Realschule füllen diese einen kompletten Ordner. „Zudem gibt es an jeder Schule zweimal im Jahr eine Brandübung", erläutert Schmidt.   In den kommenden Tagen analysieren die Schulleiter und die Verantwortlichen von Feuerwehr und Rettungsdiensten die Übung. Die Feuerwehr war mit elf Einsatzfahrzeugen und etwa 30 Aktiven vor Ort. Das Szenario wirkte dermaßen realistisch, dass ein Schüler im Vorbeigehen einen Polizisten fragte: „Brennt unsere Schule wirklich?"

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